Kurz gesagt

Zwischen dem, was der Zähler misst, und dem, was im Akku landet, liegen je nach Anschluss 5 bis 30 Prozent. Diese Differenz zahlt man mit.

  • Ladeverlust im Mittel: rund 14,5 % (ADAC-Messungen 2025)
  • Schuko-Steckdose: bis zu 24–30 % Verlust – die teuerste Art, zu Hause zu laden
  • 11-kW-Wallbox: etwa 7–12 %, 22 kW: etwa 5–7 %
  • Anmeldung: bis 11 kW anmeldepflichtig, darüber genehmigungspflichtig
  • § 14a EnWG: seit 2024 verbindlich ab 4,2 kW – reduziertes Netzentgelt gegen Steuerbarkeit

Warum die Rechnung höher ist als die Akkukapazität

Wer eine 60-kWh-Batterie von zehn auf hundert Prozent lädt, nimmt rund 54 kWh auf – bezahlt aber je nach Anschluss zwischen 57 und 70 kWh. Der Grund ist banal und wird trotzdem in fast jeder Kostenrechnung übergangen: Der Zähler im Sicherungskasten misst, was ins Haus fließt, nicht, was in der Zelle ankommt.

Der ADAC hat 2025 über verschiedene Fahrzeuge und Anschlussarten hinweg einen mittleren Ladeverlust von 14,5 Prozent gemessen. Auf 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung bei rund 18 kWh/100 km gerechnet sind das etwa 390 kWh, die man bezahlt, ohne sie zu fahren – bei 35 Cent je Kilowattstunde gut 135 Euro im Jahr. Nur für Verluste.

Wo der Strom bleibt

Die Verluste verteilen sich auf mehrere Stellen, und keine davon lässt sich ganz vermeiden:

  • Der Onboard-Lader im Fahrzeug wandelt Wechselstrom in Gleichstrom. Diese Wandlung erzeugt Wärme – und sie arbeitet umso schlechter, je weiter sie unter ihrer Auslegungsleistung betrieben wird. Genau das passiert an der Schuko-Steckdose.
  • Das Thermomanagement der Batterie läuft während des Ladens mit. Im Winter heizt es die Zellen erst auf Temperatur, im Sommer kühlt es. Diese Energie kommt aus dem Ladestrom, landet aber nie im Akku.
  • Die Ladeelektronik des Fahrzeugs bleibt während des gesamten Vorgangs wach. Bei einer langen, langsamen Ladung summiert sich dieser Grundverbrauch – ein zweiter Grund, warum Schuko so schlecht abschneidet.
  • Kabel und Kontakte haben Widerstand. Der Anteil ist klein, steigt aber mit langen und dünnen Leitungen.

Der entscheidende Zusammenhang lautet: Je länger der Ladevorgang dauert, desto länger läuft die Nebenverbraucher-Uhr mit. Deshalb ist langsames Laden nicht sparsamer, sondern teurer – anders als viele vermuten.

Schuko, mobiles Ladegerät oder Wallbox

Die Haushaltssteckdose

An einer normalen Schuko-Steckdose lädt ein E-Auto mit etwa 2,3 kW – rechnerisch 10 Ampere. Eine leere Mittelklasse-Batterie braucht damit über 20 Stunden. Das ist nicht nur langsam, es ist auch die verlustreichste Variante: Bis zu 24 bis 30 Prozent der bezogenen Energie kommen nicht im Akku an.

Dazu kommt ein sicherheitstechnischer Punkt, den man ernst nehmen sollte. Eine Haushaltssteckdose ist für kurzzeitige Volllast ausgelegt, nicht für zehn Stunden Dauerstrom am Anschlag. Steckdose, Klemmstellen in der Dose und die Leitung dahinter erwärmen sich. In einer sauber ausgeführten neuen Installation ist das beherrschbar; in einer dreißig Jahre alten Leitung mit gealterten Klemmen ist es ein reales Brandrisiko. Genau deshalb begrenzen die meisten mobilen Ladegeräte selbst auf 8 bis 10 Ampere statt der theoretisch möglichen 16.

Als Notlösung unterwegs oder für den Zweitwagen mit 30 km Tagesstrecke ist Schuko in Ordnung. Als Dauerlösung für das Hauptfahrzeug ist es die falsche Wahl – aus Kostengründen ebenso wie aus Sicherheitsgründen.

Mobiles Ladegerät mit CEE-Anschluss

Mobile Ladegeräte mit wechselbaren Adaptern sind der Mittelweg. An einer blauen CEE-Steckdose (16 A einphasig) laden sie mit rund 3,7 kW, an rotem CEE (16 A dreiphasig) mit bis zu 11 kW. Der Vorteil gegenüber Schuko ist nicht nur Tempo: CEE-Steckdosen sind für Dauerlast gebaut, mit verriegelnden Kontakten und ohne die Wärmeprobleme der Haushaltsdose.

Für Mietwohnungen, Stellplätze ohne feste Installationsmöglichkeit oder als Reiselösung ist das oft die vernünftigste Variante. Wer ohnehin einen roten CEE-Anschluss in der Garage hat – nicht selten in Häusern mit Werkstatt –, kommt damit ohne Wallbox auf 11 kW.

Die feste Wallbox

Die 11-kW-Wallbox ist für die meisten Haushalte der sinnvolle Standard. Die Ladeverluste liegen bei 7 bis 12 Prozent, ein typischer Ladevorgang über Nacht ist in vier bis sechs Stunden erledigt, und die Installation ist anmelde-, aber nicht genehmigungspflichtig.

Der Schritt auf 22 kW lohnt sich zu Hause selten. Er senkt die Verluste noch einmal leicht auf 5 bis 7 Prozent, macht die Anlage aber genehmigungspflichtig – und viele Fahrzeuge nehmen dreiphasig ohnehin nur 11 kW auf, weil der Onboard-Lader nicht mehr hergibt. Wer über Nacht lädt, gewinnt durch die höhere Leistung nichts, weil die Zeit ohnehin reicht.

AnschlussLeistungTypischer Ladeverlust0 → 60 kWh
Schuko 230 Vca. 2,3 kW24–30 %über 20 h
CEE blau 16 Aca. 3,7 kWetwa 15–20 %ca. 16 h
Wallbox 11 kW11 kW7–12 %ca. 5–6 h
Wallbox 22 kW22 kW5–7 %ca. 3 h, sofern das Auto es annimmt

Die Ladezeiten sind Richtwerte für eine 60-kWh-Batterie inklusive Verlusten. Der reale Wert hängt am Onboard-Lader des Fahrzeugs – ein Auto mit einphasigem 7,4-kW-Lader wird auch an einer 22-kW-Box nicht schneller.

Was der Netzbetreiber verlangt

Eine Wallbox ist keine Sache, die man still in die Garage hängt. Die Regeln sind allerdings übersichtlicher, als ihr Ruf vermuten lässt:

  • Bis einschließlich 11 kW: anmeldepflichtig. Die Elektrofachkraft reicht die Anmeldung vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber ein. Eine Zustimmung muss man nicht abwarten – der Netzbetreiber wird informiert, nicht um Erlaubnis gebeten.
  • Über 11 kW: genehmigungspflichtig. Hier muss der Netzbetreiber zustimmen, und er kann ablehnen, wenn das Ortsnetz die Leistung nicht hergibt.
  • Schuko und blaues CEE bis 3,7 kW: in der Regel nicht meldepflichtig, weil es sich um eine gewöhnliche Steckdosennutzung handelt.

Die Installation der festen Wallbox selbst gehört in jedem Fall in die Hände einer eingetragenen Elektrofachkraft – auch dann, wenn das Gerät auf den ersten Blick nur „an die Wand geschraubt und angeklemmt" wird. Es geht um einen Dauerlast-Abgang im Hausanschluss samt passender Absicherung und Fehlerstromschutz.

§ 14a EnWG: reduziertes Netzentgelt gegen Steuerbarkeit

Seit dem 1. Januar 2024 gilt § 14a EnWG verbindlich für alle neuen steuerbaren Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Netzbezugsleistung. Private Wallboxen fallen darunter, ebenso Wärmepumpen, Batteriespeicher und Klimaanlagen.

Der Kern: Der Netzbetreiber darf die Leistung bei Netzengpässen vorübergehend absenken – nicht abschalten, aber auf mindestens 4,2 kW herunterregeln. Im Gegenzug gibt es ein dauerhaft reduziertes Netzentgelt. Für neue Anlagen ist die Teilnahme nicht abwählbar.

Bei der Vergütung stehen drei Module zur Wahl. Modul 1 ist ein pauschaler Abschlag auf das Netzentgelt und für die meisten Haushalte der unkomplizierte Standard. Modul 2 rechnet sich bei sehr hohem Verbrauch der steuerbaren Geräte. Modul 3 belohnt gezielt das Laden in den günstigen Nachtstunden und passt zu einem dynamischen Stromtarif – interessant vor allem in Kombination mit PV und Speicher.

Praktisch relevant wird die Absenkung selten: Steuereingriffe sind bislang die Ausnahme, und wer über Nacht lädt, merkt eine zeitweise Reduzierung auf 4,2 kW ohnehin nicht. Ein Haushalt mit Wärmepumpe und Wallbox sollte allerdings wissen, dass sich beide Geräte im Steuerfall die 4,2 kW teilen – die Priorisierung ist dann Sache des Haushalts, nicht des Netzbetreibers.

Der Tarif bewegt mehr als die Wallbox

An den Ladeverlusten lässt sich mit besserer Hardware einiges verbessern – von 30 auf 10 Prozent ist ein Drittel weniger Verlustkosten. Am Preis pro Kilowattstunde lässt sich oft mehr bewegen.

Ein E-Auto mit 15.000 Jahreskilometern verbraucht inklusive Verlusten grob 3.000 kWh im Jahr. Das ist mehr, als viele Zweipersonenhaushalte insgesamt für alles andere brauchen. Bei diesem Volumen schlagen wenige Cent Preisunterschied unmittelbar durch: Drei Cent weniger je Kilowattstunde sind 90 Euro im Jahr – ohne dass man irgendetwas am Ladeverhalten ändern müsste.

Wer regelmäßig nachts lädt, sollte sich zusätzlich zeitvariable Tarife ansehen. In Kombination mit Modul 3 des § 14a und einem planbaren Ladefenster ist das der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis. Was der eigene Tarifwechsel konkret bringt, zeigt der Stromtarif-Rechner; die reinen Ladekosten pro 100 Kilometer rechnet der E-Auto-Ladekosten-Rechner aus.

Solarstrom: nur mit passendem Zeitfenster

Die Vorstellung, das Auto tanke kostenlos von der eigenen Anlage, hält der Praxis nur bedingt stand. Entscheidend ist, ob Fahrzeug und Sonne zur selben Zeit da sind.

Wer pendelt und das Auto zwischen 8 und 17 Uhr am Arbeitsplatz stehen hat, lädt zu Hause zwangsläufig abends – also mit Netzstrom. Die PV-Anlage spart in diesem Fall an der Ladung nichts; sie speist tagsüber ein. Überschussladen funktioniert dagegen gut bei Fahrzeugen, die tagsüber zu Hause stehen, bei Homeoffice-Haushalten und bei Zweitwagen. Mit einem Hausspeicher lässt sich das Zeitfenster verschieben, wobei der Speicher dann für sich gerechnet werden muss – der PV-Speicher-Rechner hilft dabei.

Wallboxen mit Überschussladefunktion regeln die Ladeleistung dynamisch nach dem, was die Anlage gerade liefert. Das ist elegant, hat aber einen Nebeneffekt, den man kennen sollte: Sehr niedrige Ladeleistungen treiben den prozentualen Ladeverlust wieder nach oben, weil die Nebenverbraucher über eine lange Zeit mitlaufen. Ein einphasiges Trickeln bei 1,4 kW über acht Stunden ist energetisch nicht besonders effizient – auch wenn der Strom „umsonst" ist.

Ladeverluste selbst messen

Wer wissen will, wie hoch die eigenen Verluste tatsächlich sind, braucht zwei Zahlen: die vom Zähler bezogene Energie und die vom Fahrzeug gemeldete geladene Energie. Die Differenz ist der Verlust.

Bei einer Wallbox mit integriertem Zähler steht der erste Wert direkt zur Verfügung. Bei Schuko-Ladung genügt eine Messsteckdose zwischen Dose und Ladegerät – bei etwa 2,3 kW Ladeleistung liegen handelsübliche Messsteckdosen mit 13 bis 16 A Belastbarkeit im zulässigen Bereich. Für dauerhafte Wallbox-Messungen taugen sie ausdrücklich nicht; dort gehört ein fest installierter Zwischenzähler in den Verteiler.

Vorgestellte Produkte

Passende Hardware je nach Ladesituation

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt am Stellplatz und an der Tagesstrecke – nicht daran, was gerade im Angebot ist.

DirektlinkWetterbeständige 11-kW-Wallbox für Elektro- und Hybridfahrzeuge mit integriertem Lastmanagement

HEIDELBERG Wallbox Energy Control 11 kW

Feste 11-kW-Wallbox für den Regelfall: eigener Stellplatz, tägliches Laden über Nacht, anmelde- statt genehmigungspflichtig.

Installation nur durch eine Elektrofachkraft; die Anmeldung beim Netzbetreiber gehört vor die Inbetriebnahme.Produkt ansehen
Direktlinkgo-e Charger Gemini Flex 2.0, 22 kW, 32 A dreiphasig, mobile Ladestation

go-e Charger Gemini Flex

Mobile Ladestation mit wechselbaren Adaptern – die Variante für Mietwohnung, wechselnde Stellplätze oder vorhandenen CEE-Anschluss.

Die tatsächliche Ladeleistung bestimmt der schwächste Punkt: Adapter, Steckdose und Absicherung vor Ort.Produkt ansehen
DirektlinkWISSENERGY Typ 2 EV-Ladekabel mit Schuko-Stecker, 3,68 kW einphasig, 10 bis 16 A, 6 m Kabel

WISSENERGY Typ 2 Ladegerät mit Schuko

Notlader für unterwegs und für Zweitfahrzeuge mit kurzer Tagesstrecke – bewusst nicht als Dauerlösung fürs Hauptauto gedacht.

Vor längerem Betrieb an alten Installationen: Steckdose und Leitung von einer Fachkraft ansehen lassen. Wärme an der Dose ist ein Abbruchgrund.Produkt ansehen
DirektlinkTP-Link Tapo Smart-Steckdose mit Strommessung, 13 A, 240 V

TP-Link Tapo Messsteckdose

Um den eigenen Ladeverlust bei Schuko-Ladung zu messen: bezogene kWh am Zähler gegen die vom Auto gemeldete Lademenge.

Nur für Schuko-Ladung um 2,3 kW geeignet. Für Wallbox-Messungen gehört ein fest installierter Zwischenzähler in den Verteiler.Produkt ansehen

Die häufigsten Fehler

  • Mit der Akkukapazität rechnen statt mit dem Zählerstand. Die Differenz sind je nach Anschluss 5 bis 30 Prozent, die auf der Rechnung stehen.
  • Schuko als Dauerlösung. Teuer im Verlust und in alten Installationen ein Sicherheitsthema.
  • 22 kW bestellen, weil mehr besser klingt. Genehmigungspflichtig, und die meisten Fahrzeuge nehmen ohnehin nur 11 kW an.
  • Die Anmeldung vergessen. Sie gehört vor die Inbetriebnahme, nicht danach.
  • PV-Ertrag pauschal gegenrechnen. Solarstrom senkt die Ladekosten nur, wenn das Auto zur Produktionszeit angesteckt ist.
  • Den Stromtarif nie geprüft haben. Bei rund 3.000 kWh Mehrverbrauch im Jahr ist das oft der größte einzelne Hebel.